Schriften und Predigten- Für Seele und Geist

Hier möchten wir Ihnen nach und nach Texte aus der Verkündigung in unserer Gemeinde, Predigten und meditative Texte, Material aus Vorträgen und Medienbeiträgen anbieten:

Als Impulse für Geist und Seele, als Anstöße, die uns Gottes Zuspruch und seinen Anspruch buchstabieren und weitergeben möchten.

Predigt von Pfarrerin Brigitte Güntter

am 3. Juni 2018

1. Sonntag nach Trinitatis

 

 

Liebe Gemeinde,

der heutige Predigttext führt uns zweieinhalb Jahrtausende zurück in die Zeit des Propheten Jeremia.

Jeremia, 627 v.Chr. zum Propheten berufen, hat sein Volk über vier Jahrzehnte auf dem Weg begleitet, der mit der Katastrophe der Zerstörung Jerusalems und der Entmachtung der Davids-Dynastie enden sollte.

Jeremia hat den Untergang anzukündigen und die Gottvergessenheit seines Volkes zu benennen. Und er muss miterleben wie selbsternannte Prophetenkollegen „Fakenews“ verbreiten und bei der Regierung offene Ohren finden, während man ihm die Tür vor der Nase zuschlägt.

Jeremia ist erbittert und er ruft seinem Schreiber. „Schreib!“, sagt er und diktiert:

 

16 So spricht der HERR Zebaoth: Hört nicht auf die Worte der Propheten, die euch weissagen! Sie betrügen euch, sie verkünden euch Gesichte aus ihrem Herzen und nicht aus dem Mund des HERRN.

17 Sie sagen denen, die des HERRN Wort verachten: Es wird euch wohlgehen –, und allen, die im Starrsinn ihres Herzens wandeln, sagen sie: Es wird kein Unheil über euch kommen.

18 Aber wer hat im Rat des HERRN gestanden, dass er sein Wort gesehen und gehört hätte? Wer hat sein Wort vernommen und gehört?

19 Siehe, es wird ein Wetter des HERRN kommen voll Grimm und ein schreckliches Ungewitter auf den Kopf der Gottlosen niedergehen.

20 Und des HERRN Zorn wird nicht ablassen, bis er tue und ausrichte, was er im Sinn hat; zur letzten Zeit werdet ihr es klar erkennen.

21 Ich sandte die Propheten nicht, und doch laufen sie; ich redete nicht zu ihnen, und doch weissagen sie.

22 Denn wenn sie in meinem Rat gestanden hätten, so hätten sie meine Worte meinem Volk gepredigt, um es von seinem bösen Wandel und von seinem bösen Tun zu bekehren.

23 Bin ich nur ein Gott, der nahe ist, spricht der HERR, und nicht auch ein Gott, der ferne ist?

24 Meinst du, dass sich jemand so heimlich verbergen könne, dass ich ihn nicht sehe?, spricht der HERR. Bin ich es nicht, der Himmel und Erde erfüllt?, spricht der HERR.

25 Ich höre es wohl, was die Propheten reden, die Lüge weissagen in meinem Namen und sprechen: Mir hat geträumt, mir hat geträumt.

26 Wann wollen doch die Propheten aufhören, die Lüge weissagen und ihres Herzens Trug weissagen

27 und wollen, dass mein Volk meinen Namen vergesse über ihren Träumen, die einer dem andern erzählt, so wie ihre Väter meinen Namen vergaßen über dem Baal?

28 Ein Prophet, der Träume hat, der erzähle Träume; wer aber mein Wort hat, der predige mein Wort recht. Wie reimen sich Stroh und Weizen zusammen?, spricht der HERR.

29 Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der HERR, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt?

Jeremia 23,16-19

Warum ist dieser Abschnitt aus dem Jeremiabuch wohl Predigttext geworden?

 

Vielleicht, damit wir uns daran erinnern, dass die Kirche - und mit DER Kirche auch UNSERE Kirche – immer wieder die Komfortzone des normalen Gemeindealltags verlassen muss weil sie auch ein prophetisches Amt hat.

Sie soll sich um die Seelen ihrer Mitglieder kümmern, sie muss sich aber auch zu Wort melden, wenn in der Gesellschaft etwas vor sich geht, was Gott so nicht wollen kann. Die Kirche glaubt, dass das Evangelium nicht nur ihren einzelnen Mitgliedern etwas zu sagen hat, sondern der gesamten Gesellschaft. Das nennt man „Prophetisches Wächteramt“: Sie darf nicht schweigen, wenn sie in Politik und Gesellschaft Tendenzen wahrnimmt, die sich an Gottes Geboten gemessen nur als Fehlentwicklungen brandmarken lassen.

Die Kirchen institutionalisieren sogar die politische Einmischung: Die Landeskirchen haben Länderbeauftragte, die den Kontakt zu den Landesregierungen halten und die EKD hat den Bevollmächtigten des Rates der EKD in Berlin und Brüssel.

 

 

Die Kirche erhebt also ihre kritische Stimme, aber sie wird eben deshalb auch umgekehrt kritisiert.

Die einen sagen: „Die Kirche soll sich nicht einmischen sondern bei ihrer Sache bleiben, das Evangelium verkündigen und basta! Oft ist dieser Einwand seinerseits politisch motiviert, kommt von einer Seite, der die Kirche immer schon zu links und zu grün ist.

Andere sagen: „Die Kirche will sich ja nur wichtig machen vor lauter Angst, immer mehr übersehen und überhört zu werden. Vor lauter Angst plustert sich die Kirche auf und politisiert das Evangelium!“

Und wieder anders sagen: „Die Kirche ist ja viel zu zahm! Sie sitzt den Mächtigen auf dem Schoß, sie sagt nur, was die hören wollen und wagt gar nicht zu tun , was ihr Auftrag ist, nämlich sich für die einzusetzen, die keine Stimme haben und dem Recht und der Gerechtigkeit zum Durchbruch zu verhelfen!“

 

Solche Kirchenkritik ist ganz nah bei Jeremia, der beklagt, dass die falschen Propheten nichts Besseres zu sagen wissen als „alles ist o.k., ihr werdet Frieden haben, don’t worry, macht euch nicht verrückt.“

Dagegen setzt Jeremia ein ganz anderes Reden, ein unbequemes Reden im Auftrag Gottes!

Die Beauftragung durch Gott ist ihm wichtig, sie ist alles entscheidend, er wiederholt die Anfrage Gottes:

„Wer hat denn in der Versammlung des HERRN gestanden, dass er sein Wort gesehen und gehört hätte? Wer hat auf sein Wort geachtet und hat es gehört?“

Also: Woher nehmen wir unsere Botschaften?

Jeremia hat Gottes Wort, beneidenswert direkt und unmittelbar. Seine Kritik bezeichnet er als „Spruch des Herrn“, was er redet, redet eigentlich gar nicht er selbst, sondern Gott.

 

Im Jeremiabuch stellt sich ein Gott vor, der mit seiner direkten Einmischung Politik und Kirche gleichermaßen die Illusionen raubt: Weder will er einspringen, wenn die Politik nicht weiter weiß, noch mag er der Kirche helfen, ihren Bedeutungsverlust zu kaschieren. Auf so abrufbare Nähe, aus egoistischen Gründen begehrt, will Gott sich nicht einlassen!

Jeremia gibt die Anfrage Gottes weiter:

„Bin ich denn ein Gott der Nähe, Spruch des HERRN, und nicht auch ein Gott der Ferne?“

Also: Gott steht nicht zu Diensten, ist nicht einfach Gott zum Mitmachen und Absegnen. Gott lässt sich nicht einfach für politische Ziele einspannen, weder zur höheren Legitimierung von Regierungspolitik, noch zur höheren Legitimierung von Opposition und Protest.

 

Und trotzdem soll die Kirche wach bleiben! „Gibt es von Gott her etwas zu sagen?“ muss sie sich immer fragen, genau wie der Prophet, denn die andere Anfrage Gottes gilt genau so, die Anfrage an die, die meinen, ein ferner Gott wäre blind für die Untaten, die geschehen.

Denen lässt Gott durch Jeremia ausrichten:

„Kann einer in Verstecken sich verstecken und ich würde ihn nicht sehen?... der aber mein Wort hat, soll treu mein Wort sagen. Was har das Stroh mit dem Getreide gemein? Spruch des HERRN. Ist mein Wort nicht so: Wie Feuer, Spruch des HERRN, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmettert?“

 

Falsch wäre es also, wenn sich die Kirche einfach Gottes bedienen wollte, um ihrer „Privatansichten“ willen.

Stattdessen soll sie aber damit rechnen, dass sie mit einer Gottesbotschaft beauftragt wird.

Und wenn man sich um ein solches Wort zu kümmern hat, das ahnen wir, dann wird einem manches Mal Hören und Sehen vergehen. Das haben die, die im Dritten Reich auf dieser Kanzel gepredigt haben, deutlich erfahren.

Jeremia ist selbst ins Schleudern geraten: Er hasste seinen Beruf und seiner Berufung misstraut er von Anfang an. Aber Gott sagt zu ihm: „was ich dir gebiete wirst du sagen…ich lege meine Worte in deinen Mund, dass du ausreißen und einreißen, zerstören und verderben sollst und bauen und pflanzen.“

 

Und was heißt das alles nun für uns hier?

Wo müssten wir in der Tradition Jeremias unsere Stimme erheben?

 

Ich will versuchen, das einmal im Blick auf zwei aktuelle Regierungsmaßnahmen zu durchdenken:

1.       Sie wissen, dass der bayrische Ministerpräsident Söder in allen öffentlichen Gebäuden Kreuze aufhängen lassen will. Das hat er angeordnet weil das Kreuz  in erster Linie ein „sichtbares Bekenntnis zu den Grundwerten der Recht- und Gesellschaftsordnung in Bayern und Deutschland“ sei.
„Einlull“- und Beschwichtigungspropheten könnten nun sagen: „Prima. Schon der ferne Kaiser Konstantin träumte vom Kreuz und vom Sieg in seinem Zeichen! Alles gut so weit!“
Aber in der Tradition von Jeremia müsste man wohl sagen: Nichts ist gut, nur weil ein Kreuz aufgehängt ist.
Ist das Kreuz nicht die Erinnerung an einen schrecklichen Justizmord, an ein manipuliertes Urteil, an das Kalkül der Mächtigen in Politik und Religion, das über Leichen zu gehen bereit ist?
Beladen mit dieser Erinnerung ist ein Kreuz eigentlich ein kritischer Appell: „Ihr Mächtigen, lasst euch ja nie wieder von eigenen Interessen korrumpieren!“
Fruchtbar wird das Aufhängen das Kreuzes erst, wenn dieser Appell gehört wird!
Und: Fruchtbar wird das Aufhänge das Kreuzes erst, wenn es täglich zum Ansporn wird, nicht hinter der leidenschaftliche Solidarität Jesu zurück zu stehen, die ihn einst an dieses Kreuz brachte!
Sein Bedürfnis, denen nahe zu sein, denen Unrecht geschieht, die verraten und verkauft werden, die verlassen und verstoßen werden, seine Entschlossenheit, auch der Finsternis und dem Tod nicht auszuweichen beim Bemühen; Hirte zu sein, hat Jesus ans Kreuz geführt.
Wollten wir uns diese weitreichende Solidarität und diese Entschlossenheit auch zu eigen machen, dann, erst dann eigentlich, dürften wir uns ein Kreuz aufhängen.
Oder andersherum: Wer sich ein Kreuz umhängt, als Kompass fürs eigene Handeln, der muss sehr strikt und sehr umfassend in der Spur Jesu gehen. Dessen Liebe und Bereitschaft zur Barmherzigkeit, dessen Hunger und Durst nach Gerechtigkeit und nach dem Himmelreich muss wachsen dürfen, jeden Tag wachsen.
Und die Sorge ums Eigene und die Bequemlichkeit muss schrumpfen, jeden Tag schrumpfen.
In Jeremias Tradition müsste man sagen:
„Glaubt nicht, dass Gott sich an der Nase herumführen ließe! Ein Kreuz aufhängen ist eine Riesen-Aufgabe, ein Kreuz tragen ist schwer!“
Und in Jeremias Tradition seufze ich, wenn ich an das Kreuz denke, dass ich seit Jahren umhängen habe und doch weiß, dass ich täglich dahinter zurückbleibe.

 

2.       Sie wissen, dass Minister Seehofer plant, geflüchtete Menschen in großen Einrichtungen mit Belegungszahlen, die in die Hunderte wenn nicht in die Tausend gehen, zu internieren, um die Abschiebungszeiten zu verkürzen und eine Vermischung von Einheimischen und fremden Menschen zu verhindern.
„Einlull“- und Beschwichtigungspropheten könnten sagen: „Prima und noch so ein schöner Name ist dafür gefunden, „Ankerzentrum“ das klingt nach „sicherem Hafen“ und Verlässlichkeit.“
In Jeremias Tradition müsste man wohl sagen:

Ihr wisst aber, dass Gott den Umgang mit Fremdlingen und Geflüchteten zum Indikator für die Aufrichtigkeit der Gottesbeziehung gemacht hat?

Nie vergisst er, daran zu erinnern, dass die Erfahrung des Fremdseins und des nirgends Daheimseins zu den Menschheitserinnerungen gehört, die weitherzig und solidarisch machen sollen.

Nie vergisst Gott, einzuschärfen, dass der Umgang mit Entrechteten, mit Waisen, Witwen und Flüchtlingen darüber entscheidet, wie aufrichtig unser Glauben ist.

Und glasklar ist seine Anweisung: Ihr sollt sie nicht bedrücken!

Und das heißt, wir müssten in Jeremias Tradition laut werden als Kirche und sagen: „Ankerzentren, ohne Kontaktmöglichkeiten für Anwälte, Betreuer, Paten, ohne Einbindung in Gemeinschaftsstrukturen, ohne Übertragung von Verantwortung, ohne Achtung und Trost , gehen gar nicht! Dürfen in unserem Land nicht sein!“

 

In der Tradition Jeremias müssten wir immer wieder fragen:

„was maßt Ihr Euch eigentlich an, Ihr , die Ihr in sicheren Gegenden geboren und aufgewachsen seid, Ihr, die Ihr in gemäßigten Klimazonen zu Hause seid, ohne Erdbeben, Tsunami und Vulkanausbruch, ohne Wüste und mit sicheren Küsten, Ihr, die Ihr weder Hunger noch Durst, noch Dürre oder Landverslust zu befürchten habt, wie könnt Ihr auch nur eine Sekunde glauben, dieser Platz stünde Euch zu, der sei Euer Besitzstand, Ihr bräuchtet mit niemandem zu teilen?“

„Was maßt Ihr Euch eigentlich an, Ihr, die Ihr zu den Ausbeuterländern und zu den Verschmutzerländern gehört, Ihr, die Ihr täglich Fluchtursachen produziert, wie doppelt unrecht tut Ihr denen, die ausgeplündert und bedrängt nach Gerechtigkeit und Auskommen suchen, wenn Ihr vor denen Eure Türen verschließt?“

„Was maßt Ihr Euch an, Ihr, die Ihr in einer Region lebt, die vom Waffenhandel lebt, der dafür sorgt, dass Kriege überhaupt geführt werden können, was maßt Ihr Euch an, wenn Ihr Eure Grenzen dicht macht gegen die, die vor diesen Gewehren davon laufen?“

 

In Jeremias Tradition müsste man dauernd gegen alle selbstsüchtige Abschottung wettern.

Und in Jeremias Tradition wird mir das Herz schwer bei aller Verstocktheit ringsum und wegen der Trägheit und Resignation, die auch mich lähmt.

 

Wo lässt uns dieser Jeremia-Text also nun stehen?

 

Unser Kantor hat diese Frage auf seine Weise beantwortet, das werden wir gleich hören:

Zwei Lieder hat er miteinander verknüpft.

Das erste ist die „Erbarme Dich“-Arie aus der Matthäus-Passion. Die ist das kummervolle Eingeständnis, in der Nachfolge total versagt zu haben, Auftrag und Liebe verraten zu haben, aus lauter Angst und Mutlosigkeit. Und diese Arie ist die innige Bitte, Gott möge die Reue und die Tränen darüber sehen und sich erbarmen.

Das andere Lied ist unser Gesangbuchlied „Jesu, meine Freude“, das von der festen Entschlossenheit singt, auch in Sturm und Toben der Welt fest zu stehen und zu singen, eitlen Ehren und allen möglichen Verlockungen abzusagen, und auf Gott und auf die Treue Jesu zu vertrauen.

Diese ineinander verschlungene Musik lässt uns hoffen, dass sich auch bei uns Versagen und mutige Entschlossenheit immer wieder ineinander so verschlingen, dass wir bei der treuen Nachfolge herauskommen.

Amen

Weihnachtspredigt 2016 im Kantatengottesdienst zur Kantate „In dulci jubilo“ von Georg Philipp Telemann

Lesen Sie hier die Predigt von Pfarrerin Brigitte Güntter - gehalten in der Stadtkirche

Zukunft und Hoffnung finden- 2.Ökumenischer Kirchentag VS

Beim zweiten Ökumenischen Kirchentag Villingen-Schwenningen, der vom 26. bis zum 28.Juni 2015 in der Villinger Innenstadt stattgefunden hat, hat Pastor Hans-Ulrich Hofmann (Evangelisch-Methodistische Gemeinde in VS-Schwenningen) eine Bibelarbeit gehalten zum Thema des Kirchentags: "Zukunft und Hoffnung finden", die Sie hier als pdf herunterladen und nachlesen können!

Beim Abschlußgottesdienst des Kirchentags am Sonntag, 28.Juni, auf dem Villinger Münsterplatz war die Rundfunkpfarrerin Lucie Panzer zu Gast, ihre Predigt über Markus 6,35-44 können Sie hier ebenfalls als pdf erhalten!

"Von Affen, Menschen und anderem Getier"- Predigt von Prof. Jauch am 10.5.2015

Am Sonntag, 10.Mai 2015, war in der Stadtkirche als Prediger ein gebürtiger Schwenninger zu Gast, der viele Jahre für unzählige Tiere und Pflanzen an leitender Stelle Verantwortung getragen hat:

Professor Dr. Dieter Jauch, bis Ende 2013 Direktor der Stuttgarter Wilhelma.

In welchem Verhältnis stehen der biblische Schöpfungsglaube und die modernen Naturwissenschaften? Als engagierter Christ wie auch als qualifizierter Wissenschaftler stellt Professor Jauch sich dieser Frage   in seiner Predigt, die Sie hier nachlesen können.

6. Januar 2015 - Epiphaniaspredigt von Märit Kaasch

"Ein vernagelter Stall, aus dem nur durch Ritzen Licht nach draußen dringt. Zwei Augen, die durch so eine Ritze durchlinsen. Draußen stehen drei Männer, mit Geschenken in der Hand...

Und dann aus dem Stall der Satz: 'Maria, da draußen stehen drei Ausländer! Die wollen uns bestimmt islamisieren!'"

Die Geschichte von den drei Weisen aus fernen Landen- hineinerzählt von Märit Kaasch anhand einer aktuellen Karikatur in unsere Gegenwart am Beginn des Jahres 2015.

Die gesamte Predigt über Mt 2,1-12 finden Sie hier... 

und hier die zugehörige Karikatur aus der Süddeutschen Zeitung

1. Januar 2015 - Andreas Borchardt zur neuen Jahreslosung

"Aber in unserem heutigen gesellschaftlichen Alltag ist eben diese Gefahr immer wieder groß, andere gerade wegen ihres anderen Hintergrunds abzulehnen - und zwar nicht nur bei denen, die jetzt im Zeichen von "Pegida" demonstrieren. Bin ich selbst wirklich bereit, Menschen muslimischen Glaubens eben in ihrer ganz anderen kulturellen und religiösen Identität anzunehmen und zu achten? Bin ich wirklich in der Lage, über meinen Schatten zu springen - und zum Beispiel ein Kopftuch nicht automatisch als ein Unterdrückungssymbol zu empfinden, sondern als ein Stück Identität und persönlicher Würde vieler muslimischer Frauen?"

Aktuelle Bezüge zur neuen Jahreslosung in seiner Predigt vom 1.Januar 2015 in Schura und Trossingen können Sie nachlesenauf der Predigseite von Pfarrer Andreas Borchardt nachlesen:

www.pfarrer.borchardt-vs.de/predigten

31. Oktober 2014 - Frank Banse zum Thema "Kirche"

"Das Reformationsfest ist kein Tag theologischer Heldenverehrung oder stolze Rückschau auf unsere reformatorischen Vorfahren. Reformationstag muss immer heißen: wir müssen unsere Kirche heute so gestalten, wie - unserer Erkenntnis nach - Jesus Christus seine Kirche heute haben will...."

Pfarrer Frank Banse zum Thema "Kirche" am Reformationsfest 31.10.2014

Hier zum Download: Ecclesia semper reformanda.

3. März 2013 - Frank Banse zum Thema "Ökumene"

"Wir Christen sind schon merkwürdige Leute. Wenn es nicht so traurig wäre, müssten man eigentlich oft lachen. Da spricht der eine dem anderen ab, dass er Kirche ist. Und der andere ist dann auch noch eingeschnappt darüber, dass der eine ihm abgesprochen hat, Kirche zu sein. Mit Verlaub: Das kommt mir so vor, wie wenn der Trainer des 1. FC Freiburg den Fußballspielern des VfB Stuttgart abspricht, Fußball zu spielen."

Pfarrer Frank Banse mit grundsätzlichen Gedanken zum Thema "Ökumene":

Predigt vom 3. März 2013 im Villinger Münster