Gemeindeforum unter dem Motto „Chancen im Umbruch“

Im vollbesetzten Saal des Muslenzentrums fand am 19. Oktober 2018 die Auftaktveranstaltung zur Visitation statt.   In seinem Grußwort umschrieb Dekan Berghaus deren Ziel: Im Rahmen der Visitation solle eine Gesamtschau auf die Gemeinde entstehen– „nicht unter der Depression des kleiner Werdens, sondern als Atem Holen und Ausrichtung auf die Zukunft“. Dieser positive Blick sollte bezeichnend werden für den gesamten Verlauf des Gemeindeforums.

An über 60 Plakaten konnten die Teilnehmenden sich ein Bild machen von der vielfältigen Arbeit in unserer Gemeinde.  Im Podiumsgespräch mit Landrat Hinterseh, Sören Pfundstein, dem Vorsitzenden des Jugendgemeinderats unserer Stadt, Dr. Ralf Trautwein, dem leitendem Redakteur der Neckarquelle, dem Villinger Dekan Wolfgang Rüther–Ebel und Pastor Hans-Ulrich Hofmann kristallisiert sich rasch heraus, dass besonders das diakonische Profil mit der Vesperkirche und der Flüchtlingsarbeit als Höhepunkte nach außen ausstrahlt. Ebenso werde die Kirchenmusik und die ökumenische Offenheit in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Große Einigkeit bestand  an diesem Abend, dass für unsere Gemeinde auch in Zukunft die Bewegung in die Gesellschaft hinein unverzichtbar sei. Kirche solle als Wertegemeinschaft ihre Positionen offensiver und klarer vertreten.

Andererseits wurde an diesem Abend immer wieder betont, dass – wie es ein Podiumsteilnehmer formulierte - eine Hauptaufgabe der Gemeinde sein werde, Menschen Räume für den Kontakt mit Gott zu eröffnen. Die Zukunft der Kirche liege in einem Stil, der von Spiritualität und dem Wir-Gefühl kleiner Gruppen geprägt sei.

Beide Aspekte – die Bewegung in die Öffentlichkeit hinein und die geistlichen Anliegen – zogen sich durch die intensiven Diskussionen an verschiedenen Thementischen und wurden dort vertieft. Die Bandbreite der Gedanken reichte dabei von der Frage nach dem Verhältnis von digitalen Angeboten zu persönlichen Begegnungen und der Frage einer besseren Verzahnung der Kindergartenarbeit mit der übrigen Arbeit der Kirchengemeinde, über Vorschläge für zeitgemäßere Formen von Jugendarbeit, Öffentlichkeitsarbeit und Ehrenamt, bis hin zu konkreten Anregungen etwa für mehr Beteiligungsmöglichkeiten an der Gottesdienstgestaltung oder für musikalische Angebote.  

Eine große Fülle an Gedanken und Anregungen kamen dabei zusammen. Sie sollen einfließen in die anstehende Kursbestimmung für die künftige Arbeit der Kirchengemeinde. Ein Schwerpunkt dabei werden auch strukurelle Überlegung bilden, die sich um das Stichwort „3 Kirchen – 3 Schwerpunkte?“ ranken.

Das große Interesse am Gemeindeforum und die lebhaft geführten Diskussionen machen Mut, gemeinsam die sichtbar gewordenen „Chancen im Umbruch“ zu ergreifen.