Predigtgottesdienst

Regulär jeden Sonntag in der Stadtkirche und in der Johanneskirche, jeweils um 10.00 Uhr

Unser württembergischer, evangelischer Predigtgottesdienst lebt von seiner Konzentration auf Wort und Musik. Er hat seine Wurzeln im reformiert-oberdeutschen Bereich, hier berührt sich das lutherische Württemberg sehr eng mit den reformierten Kirchen der Schweiz oder auch in manchen deutschen Gebieten wie z.B. Nordwestdeutschland. In den anderen lutherischen Landeskirchen wie z.B. in Baden und Bayern liegt dem Gottesdienst die Form der Messe zu Grunde- mit Kyrie, Gloria, Sanctus usw., was bei manchem Schwaben schon zur Verwunderung geführt hat, wenn er "auswärts" einmal im Gottesdienst war.

Das Abendmahl feiern wir in jeder Kirche einmal monatlich innerhalb des Gottesdienstes, zusätzlich zu besonderen Terminen insbesondere in den Festzeiten des Kirchenjahres. Wir verstehen es insbesondere auch als eine Feier der neuen Gemeinschaft durch die unsichtbare Gegenwart Jesu Christi- als Zeichen dieser Gemeinschaft nehmen wir uns nach dem Teilen von Brot und Wein bei den Händen und empfangen in dieser Runde ein Wort auf den Weg.

Zu den Elementen unseres "klassischen" württembergischen Predigtgottesdienstes:

Die Orgel eröffnet nach dem Glockenläuten den Gottesdienst und beschließt ihn am Ende nach dem Segen.
 
Im Eingangsteil bilden das „Psalmgebet“ und die „Schriftlesung“ einen wesentlichen Bezug zur Bibel, der dann in der Predigt im Hauptteil vertieft wird: Ein festgelegter Text aus der Bibel steht im Zentrum der Auslegung, unser heutiges Leben tritt in Beziehung zu den Worten von damals.

Im „Fürbittengebet“ mit anschießendem Vaterunser (mit Glockengeläut) wird dann im Schlussteil der Blick auf alle Menschen geweitet, die weltweite Christenheit kommt in den Blick.

Neben dem Instrumentalspiel der Orgel bilden die Gemeindelieder einen ganz wesentlichen, musikalischen wie spirituellen Teil des Gottesdienstes: Singen aus Leib und Seele - aus dem großen Schatz der Tradition wie auch immer wieder auch neue Lieder, die in neuer und neuester Zeit nachgewachsen sind.

Evangelischer Gottesdienst ist ein Gemeinschaftsgeschehen, Liturg/in und Gemeinde bewegen sich gemeinsam in einem Raum der Gottesbegegnung, was am Schreibtisch vorbereitet wurde, wird erst im spirituellen Raum des Gottesdienstes zum lebendigen Geschehen.

Das "Stille Gebet" ist seit Jahrhunderten ein besonderes, einzigartiges  Kleinod des württembergischen Predigtgottesdienstes: Miteinander und füreinander sich der unsichtbaren Nähe Gottes öffnen, eintauchen in den Raum seiner Gegenwart. In Schwenningen lassen wir die Stille seit einigen Jahren ausklingen mit einem kleinen Stück meditativer Orgelmusik.
Ebenso lassen wir das in der Predigt Gesagte nachklingen in einer anschließenden musikalischen Orgelmeditation.

Mit der „Opfergabe“ am Ausgang hilft die Gemeinde schließlich Notleidenden in der Nähe und in der Ferne oder unterstützt wichtige Aufgaben der eigenen Gemeinde.
 
Der württembergische Predigtgottesdienst besticht durch seine Klarheit und Flexibilität. Er wirkt über Lieder, Bibelworte und Musik nach wie vor stark identitätsstiftend.

Im Überblick folgt hier der Ablauf,
wie er gegenwärtig in unserer Schwenninger Kirchengemeinde üblich ist:

Glockengeläut
Orgelvorspiel
Votum und Begrüßung
Lied
Psalmgebet im Wechsel
Gesungenes Ehr sei dem Vater
Eingangsgebet
Stilles Gebet
Musikalischer und liturgischer Abschluss des Stillen Gebets
Schriftlesung
Lied
Predigttext und Predigt
Meditative Musik
Lied
(Abendmahlsfeier)
Fürbittengebet
Vaterunser
Lied
Abkündigungen
(Lied)
Segen
Dreifaches Amen
Orgelnachspiel