Johanneskirche

Gemeindebezirk und Pfarrteam

Das Gemeindegebiet Johannes ist heute ein bunter Mix von Menschen unterschiedlichster Herkunft aller Generationen. Waren es nach 1945 vor allem Heimatvertriebene und Flüchtlinge, so kamen später viele Familien russlanddeutscher Herkunft nach Schwenningen. Mit dem Kleinen Eschle gehört auch ein neues und junges Wohngebiet zum Bezirk.

Zwei Pfarrstellen gibt es seit ca. 1960 an der Johanneskirche: Im Zuge des Neubaus der Johanneskirche wurde damals die Pfarrstelle Johannes 2 eingerichtet.

Heute sind seit 2008 Pfarrerin Märit Kaasch (Johannes 2) und seit 2016 Pfarrer Simon Ziegerer (Johannes 1) für die rund 3.500 Gemeindeglieder des Johannesbezirks da, Pfarrer Ziegerer mit einem Dienstauftrag zu 100%, Pfarrerin Kaasch mit 50 % im Gemeindebereich und mit 25 % für die Hochschulseelsorge in Schwenningen.

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Gottesdienste und Gemeindeleben

An jedem Sonntag feiert die Gemeinde um 10 Uhr Gottesdienst, in der Regel an jedem zweiten Sonntag im Monat mit Abendmahl. Am ersten und dritten Sonntag im Monat sind Taufen vorgesehen.

Gute ökumenische Nachbarschaft besteht zu Mariä Himmelfahrt, so dass am 2. Weihnachtsfeiertag und an Ostermontag gemeinsam Gottesdienst gefeiert wird.

Neben den Gottesdiensten bietet die Johanneskirche auch eine hervorragende Akustik, so dass sie gerne für Konzerte genutzt wird.

Der Vielfalt der Menschen spiegelt sich in der Vielfalt unterschiedlichster Gottesdienste und Veranstaltungen. Verstärkt finden in der Johanneskirche Gottesdienste mit diakonischem Profil statt.

Damit auch die Kleinen nicht vergessen werden, feiert die Gemeinde einmal monatlich sonntags die „Kirche für Kleine Leute“ im Grundsteinraum sowie auch verstärkt Familiengottesdienst zur normalen Gottesdienstzeit in der Kirche.
Die Osternacht am frühen Morgen des Ostersonntags lockt zahlreiche Besucher in die Johanneskirche.

Und jährlich öffnet die Johanneskirche Ihre Pforten und lädt Groß und Klein aus der ganzen Kirchengemeinde zum Gemeindefest ein.

Zu Gast in der Johanneskirche ist seit 2004/2005 die Griechisch-Orthodoxe Gemeinde mit ihren monatlichen Gottesdiensten um 12 Uhr, ab und an auch die Syrisch-Orthodoxe Gemeinde.

Geschichte des Johannesbezirks

Als Schwenningen nach der Stadterhebung 1907 sich immer mehr ausbreitete, war es notwendig, auch in der Weststadt für die Menschen eine Kirche zu bauen, nach Stadt- und Pauluskirche das dritte evangelische Gotteshaus. So wurde 1930 die (erste) Johanneskirche eingeweiht. Da sie aus Holz war, wurde sie im Volksmund „Bretterkirchle“ genannt.

Dennoch tat sie über Jahrzehnte hinweg treue Dienste. Neben dieser Kirche war inzwischen schon ein Pfarrhaus gebaut worden. Als nun mutige Menschen in Schwenningen während der Zeit des Naziregimes Juden auf dem Fluchtweg in die Schweiz Unterschlupf gewährten, spielte dieses Haus eine ganz besondere Rolle. Vikarin Margarete Hoffer und Pfarrfrau Lotte Kurz waren engagiert an diesen gefährlichen Unternehmungen beteiligt, durch die etlichen Menschen das Leben gerettet wurde. An beide Frauen wird inzwischen durch die Namensgebung für zwei Gemeinderäume erinnert: Der große Saal im UG der Johanneskirche heißt jetzt „Margarete-Hoffer-Saal“, das Sitzungszimmer im Pfarrhaus „Lotte-Kurz-Zimmer.“

Der Bau der „neuen“ Johanneskirche

Im alten „Bretterkirchle“ war in der Aufbauzeit der 50er-Jahre das Platzangebot  bald erschöpft, so dass an einen Neubau gedacht wurde. Pfarrer Bührlen hat den Bau vorangetrieben. 1958 wurde zunächst die alte Johanneskirche verkauft, in Altoberndorf bei Oberndorf wird sie bis heute als Sporthalle weitergenutzt. An gleicher Stelle entstand dann die neue Johanneskirche mit rund 800 Sitzplätzen. 1960 konnte der erste Gottesdienst darin gefeiert werden.

Im Inneren der Johanneskirche ist dreierlei besonders auffallend:
Zum einen wirkt sie von außen als ein sichtbares „Schiff der Gemeinde“, zum anderen wölbt sich innen über 25 Meter hinweg ein Hängedach, das der Kirche eine höhlenartige oder auch zeltartige Atmosphäre verleiht. Dazu kommt der annähernd quadratische Grundriss mit runden Ecken- auch als „offene Schale“  kann diese Form empfunden werden.

Außerdem fällt jedem, der die Kirche betritt, auch gleich die Plastik an der Altarwand ins Auge, die den erhöhten Christus darstellt mit sieben goldenen Leuchtern.

Diese Plastik stammt vom Künstler Gottfried Gruner, stammend aus dem Erzgebirge, nach dem Krieg lange in Stuttgart, zuletzt 20 Jahre lang bis zu seinem Tod im Sommer 2011 in Rexingen bei Horb. Gruner nahm mit seinem Werk in der Johanneskirche einen Text aus dem 1. Kapitel der Offenbarung auf.

Wem diese Christusfigur zu ernst und unnahbar erscheint, der möge seinen Blick auf die kleinen Engelsfiguren am Rand der großen Plastik richten:

Unscheinbar, fast zu übersehen, sind sie unterwegs- und mildern für den heutigen Betrachter vielleicht ein wenig den starken und strengen Gesamteindruck.

Taufkapelle

Ein Kleinod bildet in der Johanneskirche die runde Taufkapelle, organisch an den Kirchenraum angefügt als dennoch eigenständigen Bereich. Vom eindrucksvoll gestalteten Fenster dieser Kapelle her steht die Verheißung des Heiligen Geistes über dem Taufgeschehen.

Kirchenfenster

Ist der vordere Bereich des Kirchenraums beherrscht von der großen und hohen Altarplastik, so ist der hintere Bereich sozusagen ein Reich der Farben:

Die Farben sowohl der Glasfront im Eingangsbereich als auch besonders der Seitenfenster mit ihren Bildinhalten.

Auf der, von hinten betrachtet, rechten Seite finden sich darin die vier klassischen Evangelien-Symbole Mensch (für Matthäus), Löwe (für Markus), Stier (für Lukas) und Adler (für Johannes.).

Auf der linken Seite sind die „Ich-bin-Worte“ Jesu aus dem Johannes-Evangelium bildhaft umgesetzt, der „gute Hirte“, die „Auferstehung und das Leben“, das „Brot des Lebens“ u.a.